Nostalgie – Schwangerschaft und Geburt

Heute bin ich sehr nostalgisch. Bald vier Jahre ist es her, dass der Piepvogel zu uns gekommen ist. Auf dem Bild ist sie etwa eine Woche alt. Und der Anfang war soooo schwer. Für mich. Körperlich. Mental. Man sieht es auf dem Bild nicht, aber ich hatte extreme Probleme beim Stillen, konnte mich rund 8 Wochen kaum anziehen und nur mal für eine halbe Stunde raus, bevor ich wieder alles was drückt und scheuert von mir reißen musste. Ich konnte meine Tochter in der Zeit nicht tragen, kaum schlafen, musste abpumpen und kam uA ca. 3 Wochen nach ihrer Geburt mit über 40 Grad Fieber und Rettungswagen wieder in die Klinik. Alles nicht so schön und doch haben wir diese ersten Wochen irgendwie überstanden. Und die Wunden sind geheilt. Der Schleier des Vergessens hat sich ein Stück weit gesenkt. Aber mit der zweiten Schwangerschaft kamen auch die Erinnerungen wieder…

Und bevor man sich’s versieht, feiert man bereits den ersten Geburtstag. In diesem ersten Jahr ist so viel passiert. Wir sind von Berlin wieder nach Schleswig-Holstein gezogen. Ins Provisorium mit 50+ gepackten Kisten auf dem Dachboden. Nur für 6 Monate. Das schaffen wir. Und die Monate vergehen. Schaffen wir es wirklich? Aber nein. Das Renovieren dauert noch ein halbes Jahr länger und somit doppelt so lange wie gehofft. Ich tue mich schwer damit in den Kisten nach den Wintersachen zu kramen aber nichts wirklich auspacken zu können. Und dieser Schlafmangel. Da hoffst Du Monate lang auf Routine, um am Ende festzustellen, dass sich alles andauernd ändert. Durchschlafen? Mehr als 3-4 Stunden am Stück? Nope. Aber sie ist doch schon eins. Macht sie aber nicht. Dafür lief das Abstillen völlig natürlich und ohne jeglichen Protest. Wir waren in den letzten Wochen vor Ihrem Geburtstag bei einmal Stillen am Morgen angelangt und nachts hat sie nur etwas Wasser getrunken wenn sie wach wurde. Dann haben wir das morgendliche Stillen immer mal vergessen und schließlich hab ich aufgehört. Das war gut so für mich. Auch, weil wir den Wunsch nach einem Geschwisterkind schon in uns trugen und ich vorher noch den eigenen Körper wieder einnehmen wollte – irgendwie. 

An ihrem zweiten Geburtstag waren wir endlich in unser Häuschen gezogen. Es gibt immernoch jeden Tag etwas zu Werkeln. Noch so viele „unfertige“ Stellen in Haus und Garten. Freunde wollen mich trösten „Es dauert Jahre, das ist normal.“ das macht mir aber eher Bauchweh. So lange „im Chaos“ leben?
Oft lag ich damals wach, während der Kleine in meinem Bauch turnte und die Große endlich durchschlief. Immer wieder zumindest. Erst kurz vor ihrem 2. Geburtstag ging das los. Das war sooo großartig! Und gerade rechtzeitig für mich. Ich empfand meine zweite Schwangerschaft definitiv anstrengender als die erste. Mehr Übelkeit, mehr Kopfweh, größere Erschöpfung … erst nach etwa 22 Wochen Schwangerschaft ist das besser geworden. Und mit etwas mehr Platz im Kopf kamen die Fragen: Wie die Geburt wohl diesmal wird? Schaffe ich das Wochenbett noch mal? Es wird andere Herausforderungen geben, welche? Und wie immer hieß es abwarten und selber erleben. Ich versuchte geduldiger mit mir zu sein. Mir zu erlauben nicht alles gleich und heute fertig oder perfekt machen zu müssen. Das fällt mir sehr, sehr schwer. Aber ich muss (immer wieder) lernen Pausen zu machen. Die brauchte mein Körper gerade am Ende der zweiten Schwangerschaft. Mit einer wilden Räubertochter mitten in der „alleine mach!“-Phase und intensivem Bauchbewohner-Bauen.
Ich verschickte Nikolaus-Post und hatte mehr Luft vor den Feiertagen. Das war gut. Über Silvester fuhren wir an die Küste. Es wurde Zeit für Familien-Zeit. Das letzte mal so bewusst „zu dritt“. Im letzten Jahr wurde dann alles anders. Wie immer. Wie schön! Wie schade! Ich brauche eben Zeit um mich auf Veränderungen einzulassen. Und nun können wir uns ein Leben ohne unsere beiden Kinder gar nicht mehr vorstellen.
Jetzt ist unsere „Große“ fast 4 Jahre alt. Sie kommt im August in den Kindergarten. So viele Abenteuer warten!

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